Archiv für November 2012

13.11.: Antifa Abend – Film „300 Juden gegen Franco“

Diesmal mit dem Film „300 Juden gegen Franco“:
Als 1936 der Spanische Bürgerkrieg begann, verließen mehr als 300 Jüdinnen und Juden Palästina, um in den Internationalen Brigaden gegen den Faschismus zu kämpfen. Viele von ihnen waren jüdische KommunistInnen und davon überzeugt, dass der Faschismus nicht nur das größte Übel für die JüdInnen, sondern der Menschheit überhaupt sei.

Diese Freiwilligen aus Palästina mussten sich mit dem Widerstand der zionistischen Gemeinschaft sowie der Kommunistischen Partei auseinandersetzen. Denn auch in Palästina wurde beim Aufbau der jungen Siedlungen und Kibbuzim jede Hand gebraucht – im “gelobten Land” für einen jüdischen Staat zu kämpfen, hielten viele für wichtiger, als das Leben in der Fremde aufs Spiel zu setzen. Auch die Familien der Freiwilligen verstanden diesen Einsatz oft nicht. Denn manche der engagierten KämpferInnen waren ja gerade erst den Verfolgungen durch die Nationalsozialisten in Deutschland entkommen, so wie der junge Kurt Goldstein.
Neben Goldstein kommen in der Dokumentation “300 Juden gegen Franco” weitere der letzten heute noch lebenden Freiwilligen und Familienangehörigen zu Wort, ergänzt von Filmausschnitten, Tagebuchauszügen, Briefen und Dokumenten.

Beginn ab 19:00 im JUZ Friedrich Dürr

Der Antifa Abend bietet Raum für antifaschistisch interessierte und engagierte Menschen. An jedem dritten Dienstag im Monat gibt es Infoveranstaltungen, Workshops, Lesungen und ganz sicher eine gemütliche Atmosphäre zum abhängen, kickern uvm. Komm doch einfach mal vorbei!

Bericht zum antifaschistischen 1. November

Am ersten November fand die Gedenkfeier für die gefallenen kommunistischen WiderstandskämpferInnen im Heidelberger Bergfriedhof statt. Am Abend gab es einen Vortrag zum 80. Jahrestag der Antifaschistischen Aktion von Bernd Langer im JUZ Friedrich Dürr.

Die Gedenkfeier startete um 14 Uhr mit einem stillen Marsch zur Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus. Aufgerufen hatten DGB, VVN und antifaschistische Gruppen aus der Rhein-Neckar-Region. An das Gedenken nahmen ca. 80 Personen teil. Es wurden verschiedene Redebeiträge vorgelesen und Arbeiterlieder die an das NS-Regime erinnerten gesungen.

Am Abend veranstaltete die Antifaschistische Jugend Ludwigshafen/Mannheim einen Vortrag mit Bernd Langer zum 80 jährigen Jubiläum der Antifaschistischen Aktion. Es nahmen ca. 40 Personen an dem Vortrag im JUZ Friedrich Dürr teil.
Der Vortrag selbst bot einen umfassenden Einblick über die Entstehungsgeschichte der Antifaschistischen Aktion. Bernd Langer zog einen weiten Bogen von der Entstehung faschistischer Gruppen vor den 20er Jahren, über die Oktoberrevolution in Russland und die Entwicklung der Linken in der Weimarer Republik. Dabei ging er vor allem auf die verschiedenen Einheitsfrontgruppen der KPD ein, die sich den Räuberbanden der Faschisten auf der Straße und in so genannten „Saalschlachten“ entgegen stellten. Nach einer kurzen Pause, berichtete Bernd über die Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg, die in die Entwicklung der Antifa mündeten, wie wir sie heute kennen. Interessant waren besonders die eigenen Erfahrungen und Geschichten über die die militante autonome Szene aus den 80ern und 90ern und der Entwicklung der „Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO)“.
Zum Schluss gab Bernd Langer noch einen kurzen persönlichen Ausblick für jetzige und kommende Antifa-Generationen. Zwar sei in nächster Zeit nicht unbedingt mit einer Revolution zu rechnen, dennoch sei es die Aufgabe von AktivistInnen den Antifaschismus stets mit anderen gesellschaftlichen Themen zu verbinden, um so seine Wichtigkeit herauszustellen und den Kampf für eine befreite Gesellschaft voranzutreiben.