Archiv für Februar 2013

Proteste gegen Nazikundgebung und Spontandemonstration in Ludwigshafen

Am gestrigen Samstag, den 16.02, wollte die NPD Rhein-Neckar ihre bereits seit knapp drei Wochen angekündigte rassistische Kundgebung
auf dem Alten Messplatz in Mannheim-Neckarstadt abhalten. Vielfältige Spektren und Bündnisse aus Mannheim machten mit einer breiten
Mobilisierung auf die Gegenproteste aufmerksam. Bereits am frühen Morgen liefen zwei antifaschistische Demonstrationen vom Neumarkt und Gewerkschaftshaus auf den Alten Messplatz.

Von den großspurig angekündigten 70 FaschistInnen schafften es gerade mal 8 (!) auf den Alten Messplatz. Ungefähr 30 weitere Nazis konnten aufgrund der entschlossenen und starken Blockaden an der Anreise auf den Messplatz gehindert werden. Stattdessen saßen sie über eine Stunde lang, geschützt von einem starken Polizeiaufgebot, in der Straßenbahn fest. Die versuchte Kundgebung der acht Nazis wurde durch die lautstarken Beschallungen von allen Seiten und den lauten GegendemonstrantInnen zu nichte gemacht. Zeitweise flogen auch mehrere Eier zielgenau auf den Lautsprecherwagen und die herumstehenden Nazis. Somit wurde aus der geplanten Kundgebung eine wieder mal peinliche Niederlage für die FaschistInnen.

Nach ca. einer Stunde machten sich die Nazis mit ihrem VW-Bus frustiert mit starkem Polizeischutz zügig aus dem Staub. Dabei hat der Lautsprecherwagen einigen Schaden genommen und Gerüchten zufolge seine Scheiben verloren. Im Laufe des Tages versuchten die Nazis in Ludwigshafen eine Spontandemonstration durchzuführen, wuden jedoch von der Polizei mit einem Platzverweis aus der Ludwigshafener Innenstadt verwiesen. Während sich ein Teil der Nazis in Richtung Neustadt a. d. Weinstr. bewegte fuhren ca 20 FaschistInnen ohne Polizeibegleitung nach Mannheim-Rheinau um eine Mahnwache auf dem Marktplatz durchzuführen. Doch auch hier waren die Nazis nicht ganz alleine. Nachdem die Nazis gesichtet wurden, machten sich spontan ca. 50 entschlossenene AntifaschistInnen mit der Straßenbahn auf den Weg nach Rheinau. Jedoch verpassten sie die FaschistInnen um einige Minuten und die Nazis verstreuten sich im gesamten Viertel.

Im großen und ganzen ist der Tag aus antifaschistischer Sicht als Erfolg zu bewerten. Mit der Aktionsform des massenhaften zivilen Ungehorsams, maßgeblich initiiert vom Bündnis „Mannheim gegen Rechts“, konnte die Anreise der FaschistInnen verhindert werden. Den Nazis ist es nicht gelungen ihre rassistische und speziell für den 16.02. geplante antziganistische Hetze in der Neckarstadt zu verbreiten.

Mannheim bleibt Rot!
Nazistrukuren Zerschlagen!

Bericht des AK Antifa Mannheim
Bilder von den anwesenden Nazis

Wir wollen bei dieser Gelegenheit noch einmal auf den Antifa Abend am 19.02. hinweisen wo wir euch über die Gegenproteste in Pforzheim informieren werden und Tickets für den Bus aus Mannheim nach Pforzheim verkaufen!

Am späteren Abend des 16.02. erreichte uns eine anonyme Nachricht mit einem Bericht über eine antifaschistische Spontandemonstration in Ludwigshafen>>

Naziaufmarsch in Mannheim-Neckarstadt verhindern!

Nazi-Demo auf dem Alten Messplatz verhindern!

Gegen Rassismus in der Neckarstadt und überall!

Die NPD plant am Samstag, 16. Februar 2013 eine Kundgebung mit Nazi-Musik und rassistischen Reden. Schon seit Monaten hetzen die Nazis gegen Migrant_innen im Jungbusch und der Neckarstadt. Kommt deshalb alle am 16. Februar zum Alten Messplatz und zeigt den Faschist_innen, dass sie hier nicht willkommen sind!

Der ohnehin schon rassistisch und antiziganistisch aufgeladene Debatte um Migration aus Osteuropa ist für die NPD eine Steilvorlage. Die Nazis schließen sich OB Kurz in seiner Forderung nach mehr Polizei und Überwachung an. Im Gegensatz zur SPD fordert die NPD jedoch nicht die Integration sondern die Abschiebung der Migrant_innen.
Schon jetzt ist die Stimmung im Stadtteil aufgeheizt, während der Überwachungsstaat kontinuierlich aufrüstet. Fast wöchentlich finden rassistische Verkehrskontrollen unter der Jungbuschbrücke statt, bei denen vor allem Autos mit ausländischen Kennzeichen und “südländisch aussehende” gefilzt werden. In den Straßen patrouillieren Polizeitrupps. Aus der angestammten Bewohnerschaft werden Vorurteile gegen die als “Zigeuner” bezeichneten neuen Bewohner_innen des Viertels geäußert. Gerade erst wurde am 68. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz der verfolgten Sinti und Roma gedacht. Jetzt gilt es den Reden auch Taten folgen zu lassen und sich offensiv dem wiederkehrenden Rassismus entgegen zu stellen.

Lassen wir uns nicht spalten! Unsere Solidarität gegen den Rassismus von Staat und Nazis!
Kommt am Samstag, 16. Februar alle zum Alten Messplatz! Lasst uns gemeinsam gegen Nazis, Rassismus und den Überwachungsstaat demonstrieren und die Nazis aus der Neckarstadt jagen!

Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren! Naziaufmärsche verhindern! Her mit dem schönen Leben!

Kein Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim!

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23. Februar: Naziaufmarsch, städtisches Gedenken, Antifaschistische Aktion

+++ Gemeinsame Busfahrt aus Mannheim! Tickets und weitere Infos hier>>+++

Anlässlich der Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 durch die englische Luftwaffe soll dort dieses Jahr am Jahrestag der Bombardierung wieder ein faschistisches Gedenken stattfinden. Seit 1994 organisiert der Pforzheimer Verein „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ auf dem Wartberg jährlich eine Fackelmahnwache zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung. Der Naziaufmarsch wird jährlich von bis zu 150 TeilnehmerInnen aus dem gesamten süddeutschen Raum besucht. Dagegen richtet sich seit 2002 antifaschistischer Protest, damals gelang es auch, bisher das einzige Mal die faschistische Mahnwache zu verhindern. Parallel veranstaltet die Stadt eigene Gedenkfeierlichkeiten, seit 2003 ist der 23. Februar offizieller Gedenktag in Pforzheim. An mehreren Orten in der Stadt finden sich Gedenktafeln und Stehlen zur Erinnerung an das Bombardement. Lediglich 2012 veranstaltete ein von der Stadt mitinitiiertes Bündnis eine Kundgebung. Dieses sprach sich gegen „extremistisches Gedankengut“ aus und fügte konsequenterweise ausdrücklich hinzu „egal ob von rechts oder links“.
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